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Solarkataster Bayern: Anleitung & Tipps

Solarkataster Bayern: Anleitung & Tipps

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
9.11.2022

Sie wohnen in Bayern und denken über eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage nach? Das Solarkataster für Bayern gibt Ihnen eine gute erste Einschätzung darüber, ob sich auch Ihr Dach für eine Solaranlage anbietet.

Was ein Solarkataster genau ist, wie Sie es in Bayern richtig nutzen und worauf Sie speziell achten müssen, erfahren Sie hier. Außerdem geben wir Ihnen wichtige Tipps und Hinweise, damit Sie im Prozess bestmöglich vorbereitet sind und das Preis-Leistungs-Verhältnis bekommen.

Los geht’s!

Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster (auch Solaratlas genannt) ist eine geografische Darstellung aller für eine Solaranlage nutzbarer Flächen. Die Darstellung basiert auf Karten oder Luftbildern und nutzt Informationen, die durch Satelliten, Stadtplaner und Wetterdaten bereitgestellt werden. Der Zweck eines Solarkatasters ist die Visualisierung, welche Dach- oder Freiflächen für Photovoltaik und Solarthermie geeignet sind und welche nicht.

Hausbesitzer und potenzielle Grundstück-Käufer in Bayern nutzen das Solarkataster hauptsächlich zur groben Orientierung des sogenannten Solarpotenzials. So können Sie schnell herausfinden, ob eine Solaranlage für Sie lohnt.

Hinweis: Ob Ihr Dach wirklich für eine Solaranlage infrage kommt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wenn Sie sich ein Angebot einholen, prüft der Solarbetrieb auf Basis von Solarkatastern aber auch Fotos, Vor-Ort-Besuchen und anderen Quellen, wie hoch das Potenzial Ihres Dachs ist. Diese Prüfung ist in der Regel genauer (und ebenfalls kostenlos).

Einschätzung einholen

Das Solarkataster für Bayern: So nutzen Sie es richtig.

Bayern gehört zu den Bundesländern, die ein Solarkataster für das gesamte Bundesland anbieten. Somit ist es egal, ob Sie in der Stadt oder auf dem Land wohnen, mit dem „Energie-Atlas Bayern“ lässt sich das etwaige Solarpotenzial aller Gebäude innerhalb des Bundeslands beurteilen.

In einer Hinsicht unterscheidet sich der Solaratlas Bayern von denen anderer Bundesländer: Der Energie-Atlas zeigt die Potenziale sämtlicher Energietypen an. Neben Photovoltaik können Sie beispielsweise auch das Potenzial von Wind- und Wasserkraft, Geothermie, Abwärme oder Biomasse ermitteln.

Wie Sie nun genau vorgehen und das Solarkataster richtig nutzen, erfahren Sie in der folgenden Anleitung.

Unser Tipp: Lesen Sie sich erst die gesamte Anleitung und die Tipps auf dieser Seite durch, bevor Sie das Solarkataster aufrufen. Somit sparen Sie sich wertvolle Zeit und wissen genau, worauf Sie achten müssen.

Schritt 1: Solarkataster aufrufen. 

Lesen Sie diese Anleitung sorgfältig durch und rufen Sie im Anschluss den Solaratlas Bayern auf. Dies ist der Link.

Schritt 2: Ihr Grundstück finden. 

Geben Sie oben in der Leiste Ihre Adresse ein oder zoomen Sie auf der Karte rein, um Ihr Gebäude bzw. Grundstück zu finden.

Schritt 3: Die Bedienung des Solarkatasters. 

Das Solarkataster für Bayern ist so aufgebaut, dass es entweder die Globalstrahlung oder Sonnenstunden jeweils pro Monat oder Jahr anzeigt. Ein finales Solarpotenzial wird im Gegensatz zu den Solarkatastern anderer Bundesländer nicht ermittelt. Dafür müssen Sie bei einem Solarbetrieb eine unverbindliche Anfrage stellen.

Um die Globalstrahlung oder die Anzahl der Sonnenstunden für Ihr Grundstück zu ermitteln, wählen Sie in der Navigation die folgenden Elemente aus: Kartenauswahl > Solarenergie > Potenzial. Hier angelangt, haben Sie nun die Wahl, welche Strahlungsdaten Sie auswählen und ob Sie diese nach Monat oder Jahr einsehen möchten.

Die Navigation des Energie-Atlas Bayern
Die Navigation des Energie-Atlas Bayern

Je nachdem, welche Solardaten Sie auswählen, kann sich die Farbcodierung unterscheiden. Generell gilt jedoch die folgende Logik:

Strahlungsintensität von gering bis hoch: Blau < grün < gelb < orange < rot < lila.

Vier verschiedene Katasterdaten für Bayern visualisiert. 1: Jährliche Sonnenstunden, 2: Jährliche Globalstrahlung, 3: Globalstrahlung im Januar, 4: Globalstrahlung im August
1: Jährliche Sonnenstunden, 2: Jährliche Globalstrahlung, 3: Globalstrahlung im Januar, 4: Globalstrahlung im August

Um die konkrete Bedeutung der unterschiedlichen Farben einzusehen, klicken Sie in der Navigation nach Auswahl eines Datensatzes auf das Informations-Icon direkt daneben. ℹ️

So öffnet sich eine Legende, die den jeweiligen Farben konkrete Zahlen zuordnet.

4. Auswertung des Solaratlas Bayern

Mit dem Solarkataster für Bayern können Sie eine grobe Orientierung der Sonnenstrahlungs-Intensität bekommen. Im Gegensatz zu anderen bundesweiten Solarkatastern ist hier eine genaue Ermittlung Ihrer Dacheignung nicht möglich. Dafür müssen Sie ein Angebot bei einem Solarfachbetrieb einholen. Die Unternehmen ermitteln immer als erstes Ihr konkretes Solarpotenzial, bevor sie Ihnen ein Angebot machen. Somit erhalten Sie kostenlos und unverbindlich genauere Informationen zu Ihrem Dach .

Spezifische Hinweise für Bayern

Laut Statista hat das Bundesland Bayern im Jahr 2021 insgesamt 1.795 Sonnenstunden abbekommen. Damit liegt Bayern 9 % über dem Bundesdurchschnitt.

Als sehr sonnenstarkes Bundesland bietet Bayern also die perfekten Voraussetzungen für Photovoltaik und Solarthermie. Bayern und Baden-Württemberg sind die Bundesländer mit den höchsten Solarerträgen in Deutschland.

Solange Ihre Dachfläche groß genug ist und keine übermäßige Verschattung aufweist, steht Ihrer eigenen Solaranlage also nichts im Weg.

Wie viel Strom können Sie in Bayern pro Jahr wirklich erzeugen?

Angenommen Sie installieren eine PV-Anlage mit 10-kWp Leistung. Bei guten Konditionen können Sie damit jährlich bis zu 12.000–13.000 kWh Strom produzieren.

Für den höchsten Solarertrag wird generell eine südliche Dachausrichtung empfohlen. Tatsächlich ist jedoch auch eine Ost-West-Ausrichtung sinnvoll, da hier die Erzeugung und Nutzung des Stroms gleichzeitig stattfinden. In den Morgen- und Abendstunden, werden die Haushaltsgeräte nämlich am stärksten genutzt. Gleichzeitig wird genau dann auch der Großteil des Stroms erzeugt. Dies spiegelt sich dann in einer sehr hohen Eigennutzungsquote wider.

Wichtige Tipps und Hinweise:

Die Anschaffung einer Solaranlage in Bayern ist nicht nur äußerst lukrativ, sondern funktioniert in der Regel auch recht einfach. Trotzdem sollten Sie auf die folgenden Dinge achten:

  1. Die Nutzung des Solarkatasters ist sehr ungenau und daher nur optional. Eine wirklich genaue Einschätzung Ihres Solarpotenzials erhalten Sie erst, wenn Sie eine Anfrage bei einem Fachbetrieb stellen.
  2. Den höchsten finanziellen Vorteil haben Sie mit einer PV-Anlage, wenn Sie große Stromverbraucher wie z. B. einen Pool, ein E-Auto oder eine Wärmepumpe besitzen.
  3. Bei genügend Dachfläche, können Sie Photovoltaik und Solarthermie perfekt kombinieren. So wird der Großteil Ihres Stromverbrauchs und Heizbedarfs klimaneutral.
  4. Holen Sie sich im Zweifel mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese. Nur so können Sie sicherstellen, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.
  5. Möchten Sie Ihre Solaranlage lieber kaufen oder mieten? Der Kauf ist insgesamt günstiger, doch bei der Miete zahlen Sie keine Anschaffungskosten und bekommen ein „Rundum-sorglos-Paket“, bei dem sich der Anbieter um alles kümmert.

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