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Solarkataster Berlin: Anleitung & Tipps

Solarkataster Berlin: Anleitung & Tipps

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
6.11.2022

Sie wohnen in Berlin und denken über eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage nach? Das Solarkataster für Berlin gibt Ihnen eine grobe Orientierung dazu, ob sich auch Ihr Dach für eine PV-Anlage oder Solarthermieanlage anbietet.

Doch was ist ein Solarkataster genau und wie nutzen Sie das Solarkataster für Berlin richtig?

Hilfreiche Tipps, wichtige Hinweise und worauf Sie in Berlin speziell achten müssen, erfahren Sie hier.

Was ist ein Solarkataster?

Ein Solarkataster (auch Solaratlas genannt) ist eine geografische Darstellung des sogenannten Solarpotenzials nutzbarer Flächen. Die Darstellung basiert auf Karten oder Luftbildern und nutzt zahlreiche Informationen, die durch Satelliten, Stadtplaner und Wetterdaten bereitgestellt werden. Der Zweck eines Solarkatasters ist die Visualisierung der Dach- oder Freiflächen, die für Photovoltaik und Solarthermie geeignet sind.

Wichtiger Hinweis: Das Solarkataster Berlin ist eine nützliche erste Anlaufstelle, um eine grobe Einschätzung zu erhalten. Ob Ihr Dach jedoch wirklich für eine Solaranlage infrage kommt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Wenn Sie sich bei einem Solarbetrieb ein Angebot einholen, prüfen die Solarteure auf Basis von Solarkatastern, Fotos und anderen Quellen, wie hoch das Potenzial Ihres Dachs ist. Diese Prüfung ist in der Regel akkurater (und ebenfalls kostenlos).

Einschätzung einholen

Das Solarkataster für Berlin: So nutzen Sie es richtig.

Berlin gehört zu den Bundesländern, die ein Solarkataster für das gesamte Bundesland anbieten. Somit ist es egal, ob Sie in der Stadt oder auf dem Land wohnen. Mit dem „Energie-Atlas Berlin“ lässt sich das Solarpotenzial aller Gebäude innerhalb des Bundeslands beurteilen.

In einer Hinsicht unterscheidet sich das Berliner Solarkataster jedoch von anderen: Der Energie-Atlas zeigt die Potenziale sämtlicher Energietypen an. Neben Photovoltaik und Solarthermie können Sie beispielsweise auch das Potenzial von Wind- und Wasserkraft, Abwärme, Geothermie, oder Biomasse ermitteln. Auch der Energieverbrauch je Region, sämtliche Energienetze und Ladeinfrastruktur für E-Autos werden angezeigt.

Wie Sie nun genau vorgehen und das Solarkataster Berlin richtig nutzen, erfahren Sie in der folgenden Anleitung.

Unser Tipp: Lesen Sie sich erst die Anleitung und Tipps auf dieser Seite durch, bevor Sie das Solarkataster aufrufen. So sparen Sie sich wertvolle Zeit und wissen schon vorher, worauf Sie genau achten müssen.

Schritt 1: Solarkataster aufrufen. 

Lesen Sie diese Anleitung sorgfältig durch und rufen Sie anschließend den Energie-Atlas für Berlin auf. Dies ist der Link.

Schritt 2: Ihr Grundstück finden. 

Um Ihr Grundstück zu finden, haben Sie drei Möglichkeiten. Entweder nutzen Sie den „Adressen“ Button, die allgemeine Suche oder Sie zoomen auf der Karte rein.

Die wichtigsten Buttons des Energie-Atlas Berlin
Die wichtigsten Buttons des Energie-Atlas Berlin

Schritt 3: Die Bedienung des Solarkatasters. 

Der Energie-Atlas liefert Ihnen sehr interessante Informationen. So können Sie zum Beispiel die Standorte von PV- und Solarthermieanlagen einsehen, die Solarstrom-Einspeisung oder den Ausbaustand beider Technologien visualisieren.

Die wichtigste Funktion des Berliner Solarkatasters ist jedoch die Visualisierung des Solarpotenzials. Dies finden Sie im Menü unter dem Thema „Solarenergie“.

Verschiedene Themen im Menü des Berliner Energie-Atlasses
Verschiedene Themen im Menü des Berliner Energie-Atlasses

Das Solarkataster Berlin zeigt das Solarpotenzial farblich kodiert in der Einheit kWh/m² pro Jahr. Somit wird also die Strahlungsintensität bzw. die Solarenergie pro Quadratmeter visualisiert.

Das Solarpotenzial in Berlin farblich dargestellt.
Das Solarpotenzial in Berlin farblich dargestellt.

Nachdem Sie Ihr Grundstück ausfindig gemacht haben, klicken Sie auf Ihr Dach oder die gewünschte Freifläche. Nun öffnet sich ein kleines Fenster, das Ihnen die Strahlungsenergie für den gewählten Punkt anzeigt. 

Die Strahlungsenergie auf einem Berliner Hausdach
Die Strahlungsenergie auf einem Berliner Hausdach

Achtung: Das Solarkataster Berlin ermöglicht Ihnen zwar eine grobe Übersicht der Strahlungsintensität auf Ihrem Grundstück. Doch leider bezieht sich das Solarpotenzial immer nur auf einen ausgewählten Punkt. Momentan gibt es keine Funktion, eine bestimmte Dachfläche auszuwählen und das Gesamtpotenzial der Fläche zu bestimmen. Andere Solarkataster ermöglichen sogar eine grobe Leistungs- und Rendite-Kalkulation einer potenziellen Solaranlage.

Wenn Sie das gesamte Potenzial Ihres Dachs oder ggf. einer bestimmten Fläche wissen möchten, führt kein Weg daran vorbei, einen Solarfachbetrieb zu kontaktieren. Doch keine Sorge: Die Unternehmen ermitteln immer als allererstes das Potenzial Ihres Grundstücks. Erst im zweiten Schritt bekommen Sie ein Angebot. Sie erhalten die Daten also kostenlos und wirklich unverbindlich, ohne irgendwelche Dokumente unterschreiben zu müssen.

Spezifische Hinweise für Berlin

Laut Statista hat das Bundesland Berlin im Jahr 2021 insgesamt 1.650 Sonnenstunden abbekommen. Damit bekam Berlin auf die Stunde genau dieselbe Anzahl an Sonnenstunden wie der Bundesdurchschnitt.

Mit 1.650 Sonnenstunden bietet Berlin die perfekten Voraussetzungen für eine Solaranlage. Solange Ihre Dachfläche groß genug ist und keine übermäßige Verschattung aufweist, steht Ihrer eigenen PV- oder Solarthermieanlage also nichts im Weg.

Wie viel Strom können Sie in Berlin jährlich erzeugen?

Angenommen Sie installieren eine PV-Anlage mit 10-kWp Leistung. Bei guten Konditionen können Sie damit in Berlin jährlich ca. 11.000 kWh Strom produzieren.

Viele Solarkataster empfehlen für den höchsten Solarertrag eine südliche Dachausrichtung. Dies bringt tatsächlich den maximalen Solarertrag. Allerdings ist auch eine Ost-West-Ausrichtung sehr sinnvoll, da hier die Erzeugung und Nutzung des Stroms gleichzeitig stattfinden.

Der Hintergrund: In den Morgen- und Abendstunden, werden Haushaltsgeräte am stärksten genutzt. Gleichzeitig wird genau dann der Großteil des Solarstroms erzeugt. Somit erzielen Sie mit einer Ost-West-Ausrichtung eine besonders hohe Eigennutzungsquote.

Wichtige Tipps und Hinweise:

Die Anschaffung einer Solaranlage in Berlin ist nicht nur äußerst lukrativ, sondern ist in der Regel auch recht einfach. Dabei sollten Sie jedoch trotzdem auf die folgenden Dinge achten:

  1. Die Nutzung des Berliner Solarkatasters ist leider recht ungenau und gibt Ihnen nur eine sehr grobe erste Einschätzung. Eine wirklich genaue Analyse Ihres Solarpotenzials erhalten Sie erst, wenn Sie eine Anfrage bei einem Fachbetrieb stellen.
  2. Haben Sie einen Pool, eine Sauna, ein E-Auto, eine Klimaanlage oder eine Wärmepumpe? Dann lohnt sich eine PV-Anlage finanziell besonders. Je höher Ihr Stromverbrauch, desto höher ist das Sparpotenzial durch eine Solaranlage.
  3. Bei genügend Dachfläche, können Sie Photovoltaik und Solarthermie perfekt kombinieren. So werden sowohl Ihr Stromverbrauch als auch Ihre Heizung klimaneutral.
  4. Holen Sie sich im Zweifel mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese. Nur so können Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis sicherstellen.
  5. Überlegen Sie schon mal im Voraus, ob Sie Ihre Solaranlage lieber kaufen oder mieten möchten. Der Kauf ist insgesamt günstiger, doch bei der Miete zahlen Sie keine Anschaffungskosten und bekommen ein „Rundum-sorglos-Paket“, bei dem sich der Anbieter um alles kümmert.

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