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PV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung – Lohnt sich das?

PV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung – Lohnt sich das?

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
7.6.2024

Wenn es um Solaranlagen geht, dreht sich vieles um die perfekte Ausrichtung. Während viele sofort an die Südausrichtung denken, kommt eine spannende Alternative ins Spiel: die Ost-West-Ausrichtung. 

Diese Ausrichtung ist besonders attraktiv für alle, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang konstant Strom erzeugen möchten. Anstelle einer kurzzeitigen Energieflut zur Mittagszeit sorgt die Ost-West-Ausrichtung für eine gleichmäßige Verteilung über den Tag. 

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die speziellen Anforderungen, Vor- und Nachteile dieser Ausrichtung und finden heraus, ob sie tatsächlich hält, was sie verspricht.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste vorab: Stärken und Schwächen im Überblick 

Argumente
Vorteile Gleichmäßige Stromproduktion
Bessere Lichtaufnahme morgens und abends
Reduktion von Leistungsspitzen im Netz
Optimierte Nutzung der Dachfläche
Nachteile Niedrigere Spitzenwerte
Höhere Anfangskosten
Schwierige Planung der Installation
Weniger vorteilhaft bei zeitabhängigen Stromtarifen

Ost-West-Ausrichtung – Was bedeutet das eigentlich?

Wie es der Name eigentlich schon verrät, handelt es sich bei Solaranlagen mit Ost-West-Ausrichtung um Solarmodule, die auf 2 Dachseiten installiert werden. Eine Dachseite richtet sich dabei gen Osten und eine nach Westen. 

Grafiken von Solarmodulen, die nach Süden, Osten und Ost-West ausgerichtet sind.

PV-Ertrag im Jahr: Ost-West vs. südliche Ausrichtung 

Gehen wir von folgenden Annahmen aus: 

  • Standort: Gemäßigte Klimazone (z. B. Deutschland)
  • Durchschnittliche Sonneneinstrahlung: 1.100 kWh/m²/Jahr
  • Durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung: Ca. 1.000 bis 1.200 kWh pro m²
  • Effizienz der Anlage: Typische moderne Solarmodule haben eine Effizienz von etwa 15–20 %.

Für die Schätzung nehmen wir an, dass die Module effizient installiert sind und optimale Betriebsbedingungen vorherrschen (keine Verschattung, gute Wartung). 

Der Ausrichtungsfaktor variiert typischerweise:

  • Südausrichtung: Etwa 85–90 % der maximal möglichen Einstrahlung
  • Ost-West-Ausrichtung: Etwa 75–80 % der maximal möglichen Einstrahlung

Bei den genannten Annahmen ergeben sich diese jährlichen PV-Erträge je nach installierter Leistung und Ausrichtung: 

Anlagenkapazität *Süden *Ost-West
5 kWp 4.950 kWh 4.400 kWh
6 kWp 5.940 kWh 5.280 kWh
7 kWp 6.930 kWh 6.160 kWh
8 kWp 7.920 kWh 7.040 kWh
9 kWp 8.910 kWh 7.920 kWh
10 kWp 9.900 kWh 8.800 kWh
* Jahresertrag

Diese Schätzungen zeigen, dass die Südausrichtung im Allgemeinen höhere jährliche Energieerträge liefert im Vergleich zur Ost-West-Ausrichtung. Die spezifischen Werte können jedoch je nach lokalen Gegebenheiten, genauer Ausrichtung und Installation variieren.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie viel Strom Sie von einer PV-Anlage grundsätzlich erwarten können, welche Vergleichsdaten es gibt und wie sie zu verstehen sind. So finden Sie die passende Dimensionierung.

Möchten Sie Ihren möglichen PV-Ertrag schnell und einfach berechnen lassen? Nutzen Sie ganz einfach unseren PV-Ertragsrechner

Für wen eignet sich eine Ost-West-Ausrichtung?

Eine Ost-West-Ausrichtung bei PV-Anlagen kann je nach Lage und Lebensstil von Vorteil sein. Grundsätzlich eignet sie sich für alle, die den größten Teil ihres Tages Strom benötigen und die ihre Energieproduktion über den Tag verteilen möchten.

Werfen wir einen Blick auf einige Situationen, in denen diese Ausrichtung also besonders gut passt:

Häuser mit längeren Dachflächen

Für Gebäude, deren Dächer sich von Ost nach West erstrecken und möglicherweise nicht ideal für eine Südausrichtung geeignet sind, bietet die Ost-West-Ausrichtung eine effiziente Nutzung des verfügbaren Platzes.

Beispiel: Ein Einfamilienhaus mit einer langen, schmalen Dachfläche

Dachmaße:

  • Länge: 20 Meter
  • Breite: 5 Meter

Solarmodul-Maße:

  • Länge: 1,7 Meter
  • Breite: 1 Meter

Süddach-Anordnung:

Bei einer Südausrichtung werden die Module typischerweise parallel zur Dachtraufe (der kürzeren Seite des Daches) ausgerichtet.

  • Anzahl der Module pro Reihe: Die Breite des Daches teilt sich durch die Breite eines Moduls, also können 5 Module nebeneinander auf jeder Reihe platziert werden.
  • Modulreihen: Angesichts der Länge des Daches und der Notwendigkeit, einen Abstand zwischen den Reihen zu lassen, um Verschattung zu vermeiden, können Sie maximal 3 Reihen platzieren.
  • Gesamtanzahl der Module: 5 Module/Reihe x 3 Reihen = 15 Module
  • Effizienz der Flächennutzung: Bei einer Südausrichtung wird die Breite des Daches nicht vollständig genutzt, und der Abstand zwischen den Reihen verringert die Anzahl der installierbaren Module.

Ost-West-Dach-Anordnung:

Bei einer Ost-West-Ausrichtung werden die Module entlang des Firstes (der längeren Seite des Daches) ausgerichtet.

  • Anzahl der Module pro Seite: Die Länge des Daches teilt sich durch die Länge eines Moduls. Es können also 11 Module entlang jeder Seite des Daches platziert werden (20 Meter / 1,7 Meter Modullänge).
  • Modulreihen: Sie können eine Reihe auf der Ostseite und eine Reihe auf der Westseite des Daches anbringen.
  • Gesamtanzahl der Module: 11 Module/ Ostseite + 11 Module/ Westseite = 22 Module
  • Effizienz der Flächennutzung: Die Ost-West-Ausrichtung ermöglicht eine vollständige Nutzung der Dachlänge und maximiert die Anzahl der Module, die auf dem Dach installiert werden können.

In diesem Beispiel zeigt sich, dass die Ost-West-Ausrichtung eine effektivere Nutzung der gesamten Dachfläche ermöglicht, indem sie mehr Module auf dem Dach unterbringt. 

Dies ist besonders vorteilhaft für Gebäude mit längeren, schmaleren Dachflächen, bei denen eine Südausrichtung nicht die ganze Breite des Daches nutzen könnte. 

Durch Erhöhung der Modulanzahl steigt das Potenzial zur Energieerzeugung, wobei die Energieproduktion gleichmäßiger über den Tag verteilt wird. Das wiederum bringt zusätzliche Vorteile in Bezug auf den Energieverbrauch und die Netzbelastung mit sich.

Grafik eines Satteldachs mit PV-Anlage und Daumen hoch Icon,

Gleichmäßiger Strombedarf über den Tag

Haushalte oder Betriebe, die einen gleichmäßigen Stromverbrauch über den ganzen Tag hinweg haben, profitieren von der kontinuierlichen Energieproduktion. Das trifft auf Haushalte zu, in denen Personen tagsüber zuhause sind (beispielsweise im Homeoffice).

Auch Unternehmen, die während der gesamten Geschäftszeiten Strom benötigen, profitieren von der Ost-West-Ausrichtung. 

Beispiel: Eigenverbrauch vs. Stromproduktion bei einer Ost-West ausgerichteten Photovoltaikanlage

Am folgenden Beispiel zeigen wir, wie der Eigenverbrauch im Vergleich zur Stromproduktion bei einer Ost-West-Ausrichtung von Photovoltaikanlagen aussehen kann. 

Hierbei konzentrieren wir uns darauf, wie die verteilt über den Tag erzeugte Energie genutzt wird, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Abhängigkeit vom Stromnetz zu minimieren.

Annahmen:

  • Kapazität der Anlage: 5 kWp
  • Durchschnittliche Stromproduktion: 20 kWh pro Tag
  • Täglicher Stromverbrauch eines Haushalts: 10 kWh
  • Stromverbrauchsprofil: 3 kWh in den Morgenstunden, 2 kWh am Nachmittag, 5 kWh am Abend

Stromproduktionsprofil einer Ost-West-Anlage:

  • Morgen (8:00–12:00 Uhr): 6 kWh
  • Mittag (12:00–16:00 Uhr): 5 kWh
  • Abend (16:00–20:00 Uhr): 6 kWh
  • Früher Morgen und später Abend: 3 kWh (geringere Produktion aufgrund niedriger Sonnenintensität)

Vergleich des Eigenverbrauchs:

Morgen: Von den 6 kWh produzierten Stroms in den Morgenstunden kann der Haushalt 3 kWh direkt verbrauchen. Die überschüssigen 3 kWh können ins Netz eingespeist oder in einem Batteriespeichersystem gespeichert werden.

Mittag: Von den 5 kWh produzierten Stroms am Mittag verwendet der Haushalt 2 kWh direkt. Die verbleibenden 3 kWh gehen wiederum ins Netz oder in die Speicherung.

Abend: Der Energiebedarf von 6 kWh am Abend entspricht annähernd der Produktion, was bedeutet, dass fast der gesamte erzeugte Strom direkt verbraucht wird. Überschüssiger Strom kann wiederum eingespeist oder gespeichert werden.

Durch die gleichmäßigere Verteilung der Stromproduktion über den Tag hinweg passt die Ost-West-Ausrichtung besonders gut für Haushalte, die den größten Teil ihres Energiebedarfs während der Morgen- und Abendstunden haben.

Das hier dargestellte Beispiel zeigt, wie die Ost-West-Ausrichtung die Abhängigkeit vom Stromnetz verringern und zu einer nachhaltigeren und kosteneffizienteren Energieversorgung beitragen kann.

Kennen Sie Ihren Eigenverbrauch? Falls nicht, nutzen Sie doch einfach unseren kostenlosen Eigenverbrauchsrechner

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Maximierung der Energieunabhängigkeit

Für Eigentümer, die möglichst unabhängig vom Stromnetz sein möchten, kann eine Ost-West-Ausrichtung helfen, den ganzen Tag über eigene Energie zu erzeugen und so den Eigenverbrauch zu maximieren.

Autarkie – Wie unabhängig ist man durch Photovoltaik wirklich?

Regionen mit hohen Strompreisen während der Morgen- und Abendstunden

In Gebieten, wo die Strompreise zeitabhängig sind und in den Morgen- sowie Abendstunden Spitzenpreise erreichen, kann die Ost-West-Ausrichtung finanzielle Vorteile bieten. Mit der Ost-West-Ausrichtung produzieren Sie genau in diesen Zeiten effektiv Strom.

Kleine bis mittlere Solarprojekte

Für kleinere oder mittlere Solarprojekte, wo es nicht nur um maximale Energieerzeugung, sondern auch um die effiziente Nutzung des vorhandenen Raumes geht, kann eine Ost-West-Ausrichtung eine praktische Lösung sein.

Diese Ausrichtung ermöglicht es, mehr Solarmodule auf dem Dach unterzubringen als bei einer rein südlichen Ausrichtung. Für kleinere Dachflächen kann das bedeuten, dass man die gesamte verfügbare Fläche effizienter nutzt.

Bestimmung des optimalen Winkels

Die Effizienz einer Photovoltaikanlage hängt nicht nur von der Himmelsrichtung, sondern auch entscheidend von der Neigung der Solarmodule ab. Für eine Ost-West-Ausrichtung gibt es einige Überlegungen, die bei der Bestimmung des optimalen Winkels eine Rolle spielen.

Traditionell wird für eine südliche Ausrichtung in Deutschland eine Neigung von etwa 30° als ideal angesehen, um die meiste Energie aus der Mittagssonne zu ziehen. 

Bei einer Ost-West-Ausrichtung sieht die Sache etwas anders aus. Hier ist es oft vorteilhaft, die Module flacher zu neigen. Dies maximiert die Energieaufnahme während der Morgen- und Abendstunden, wenn die Sonne tiefer am Horizont steht.

DACHAUSRICHTUNG
Süd Südost/ Südwest Ost/ West Nordost/ Nordwest Nord
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 120 130 140 150 160 170 180
DACHNEIGUNG 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87% 87%
10° 93% 93% 93% 92% 92% 91% 90% 89% 88% 86% 85% 84% 83% 81% 81% 80% 79% 79% 79%
20° 97% 97% 97% 96% 95% 93% 91% 89% 87% 85% 82% 80% 77% 75% 73% 71% 70% 70% 70%
30° 100% 99% 99% 97% 96% 94% 91% 88% 85% 82% 79% 75% 72% 69% 66% 64% 62% 61% 61%
40° 100% 99% 99% 97% 95% 93% 90% 86% 83% 79% 75% 71% 67% 63% 59% 56% 54% 52% 52%
50° 98% 97% 96% 95% 93% 90% 87% 83% 79% 75% 70% 66% 61% 56% 52% 48% 45% 44% 43%
60° 94% 93% 92% 91% 88% 85% 82% 78% 74% 70% 65% 60% 55% 50% 46% 41% 38% 36% 35%
70° 88% 87% 86% 85% 82% 79% 76% 72% 68% 63% 58% 54% 49% 44% 39% 35% 32% 29% 28%
80° 80% 79% 78% 77% 75% 72% 68% 65% 61% 56% 51% 47% 42% 37% 33% 29% 26% 24% 23%
90° 69% 69% 69% 67% 65% 63% 60% 56% 53% 48% 44% 40% 35% 31% 27% 24% 21% 19% 18%

Sie sehen in der Neigungswinkeltabelle, dass die höchsten Erträge bei einer Dachneigung bis 20° erreicht werden. 

Der optimale Neigungswinkel in Nord-, Süd- und Mitteldeutschland

Für eine Ost-West-Ausrichtung von PV-Anlagen in Deutschland bietet sich ein spezifischer Neigungswinkelbereich an, der die geografischen und klimatischen Bedingungen des Landes berücksichtigt. 

Deutschland liegt größtenteils zwischen den geografischen Breiten von etwa 47° N (südlichste Grenze) und 55° N (nördlichste Grenze).

Info:

Der optimale Neigungswinkel für Ost-West-Ausrichtung in Deutschland liegt bei etwa 10° bis 20°.

Grafiken von Solarmodulen mit optimaler Neigung von 35 Grad bei Sudausrichtung und 15 Grad bei Ost-West-Ausrichtung.

Warum wird dieser Winkel empfohlen? 

Dieser Winkel fängt die Sonneneinstrahlung gleichmäßig ein. Ein flacherer Winkel von 10° bis 20° hilft, die Sonnenstrahlen während der Morgen- und Abendstunden effektiver zu nutzen. Dies ist besonders vorteilhaft in Deutschland, wo die Sonne in den Wintermonaten sehr niedrig steht.

Dieser Neigungswinkel sorgt auch dafür, dass die Module weniger Schatten aufeinander werfen, was besonders wichtig ist, wenn diese dicht nebeneinander auf dem Dach installiert sind.

Durch die breitere Abdeckung der Sonnenstunden über den Tag verteilt, kann die Anlage effizienter arbeiten und produziert insgesamt mehr nutzbare Energie, was besonders in den Übergangszeiten (Frühling und Herbst) nützlich ist, wenn die Sonne nicht so hoch steht.

Anwendungsbeispiele für verschiedene Regionen in Deutschland:

Norddeutschland (z. B. Hamburg, ca. 53° N Breite):

Die Sonne steht niedriger, besonders im Winter. Ein Winkel von etwa 15° bis 20° kann hier optimal sein, um die niedrigeren Sonnenstände effektiv zu nutzen.

Mitteldeutschland (z. B. Berlin, ca. 52° N Breite):

Ein Winkel von etwa 15° ist ideal, um eine gute Balance zwischen Sonnenaufnahme und minimierter Verschattung zu erreichen.

Süddeutschland (z. B. München, ca. 48° N Breite):

Ein etwas flacherer Winkel von etwa 10° bis 15° kann in südlicheren Regionen Deutschlands vorteilhaft sein, um die höher stehende Sonne in den Sommermonaten effizienter zu nutzen.

Achtung:

Für die genaue Bestimmung des optimalen Neigungswinkels sollte jedoch eine Standortanalyse durchgeführt werden, die auch lokale Faktoren wie Topographie, klimatische Bedingungen und eventuelle Verschattungen berücksichtigt.

Mein Dach zeigt nach Ost-West – Optimierung

Bei einem bereits fertig gebauten Haus sind Sie in der Tat größtenteils an die bestehenden baulichen Gegebenheiten gebunden. Die Ausrichtung des Dachs legt fest, welche Möglichkeiten Sie für die Installation einer Photovoltaikanlage haben. 

Hier sind ein paar Hinweise, die bei einer Ost-West-Ausrichtung hilfreich sein können:

Dachneigung

Nicht allein die Ausrichtung, auch die Neigung des Daches spielt eine Rolle. Einige Neigungswinkel sind effektiver als andere, um Sonnenlicht einzufangen, je nachdem, in welcher geografischen Breite Sie sich befinden.

Möchten Sie Ihre Dachneigung berechnen? Mit unserem Dachneigungsrechner geht es schnell und unkompliziert. 

PV-Ertrag pro Tag: Ost-West-Ausrichtung vs. südliche Ausrichtung bei optimaler Dachneigung

Nehmen wir an, dass ein durchschnittliches Einfamilienhaus eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 5 kWp installiert. Die Leistung, die diese Anlage erbringen kann, hängt stark von ihrer Ausrichtung ab.

Südliche Ausrichtung (optimal bei ca. 30° Neigung):

  • Höchste Effizienz: Wenn die Sonne im Zenit steht. Das ist typischerweise zwischen 11 und 14 Uhr. 
  • Spitzenproduktion: Mittags kann die Anlage ihre maximale Leistung nahe 5 kWp erreichen. 
  • PV-Ertrag: An einem klaren Sommertag könnte diese Anlage etwa 22–25 kWh Energie produzieren.
  • Geringste Leistung: Vormittags und nachmittags fällt die Produktion jedoch deutlich ab, da die Sonnenstrahlen nicht optimal auf die Module treffen.

Ost-West-Ausrichtung (optimal zw. 10 bis 20° Neigung):

  • Gleichmäßigere Energieverteilung:  Über den gesamten Tag hinweg. Morgens und spätnachmittags, wenn die Sonne tief steht, fangen die Module effektiv die Sonnenstrahlen ein.
  • Spitzenproduktion: Leistungsspitzen weniger ausgeprägt als bei einer Südausrichtung.
  • PV-Ertrag: Die Gesamtenergieproduktion über den Tag liegt auch bei etwa 20–23 kWh, weil die Anlage über längere Tageszeiten aktiv Energie produziert.

Schlussfolgerung:

Die südliche Ausrichtung bietet maximale Effizienz in den Spitzenzeiten, während die Ost-West-Ausrichtung eine gleichmäßigere Energieverteilung über den Tag ermöglicht.

Das ist insbesondere nützlich, wenn der Stromverbrauch gleichmäßig über den Tag verteilt ist oder wenn aufgrund von Netzeinspeisungstarifen eine gleichmäßige Produktion vorteilhaft ist.

Lohnt sich eine Ost-West-Ausrichtung auf einem Flachdach?

Die Ost-West-Ausrichtung für PV-Anlagen auf einem Flachdach kann sich in vielen Fällen durchaus lohnen. 

Hier sind einige Überlegungen und Vorteile, die die Entscheidung beeinflussen können:

Maximale Ausnutzung der verfügbaren Dachfläche

Auf Flachdächern können die Module so angeordnet werden, dass sie fast die gesamte Dachfläche bedecken. Eine Ost-West-Ausrichtung ermöglicht es, mehr Module dichter nebeneinander zu installieren. Der Vorteil besteht hier auch darin, dass keine Verschattung durch die Module entstehen kann.

Weniger Abhängigkeit von der genauen Südausrichtung

Auf Flachdächern, wo es möglicherweise schwierig ist, eine perfekte Südausrichtung zu erreichen, bietet die Ost-West-Ausrichtung eine praktikable Alternative, die immer noch effiziente Energieerträge liefert.

Überlegungen zur Installation

Auf Flachdächern ist oft ein geringer Neigungswinkel ausreichend, um eine gute Sonneneinstrahlung zu erzielen, ohne dass aufwendige Montagesysteme benötigt werden. Ein Neigungswinkel von etwa 10 bis 15° ist üblich.

Windlast

Die Windlast kann auf Flachdächern generell ein Problem darstellen, besonders bei leicht geneigten Modulen. Anlagen mit einer Ost-West-Ausrichtung sind allerdings weniger anfällig für Windbelastungen. 

Sie benötigen daher weniger Ballast für die Installation, was sie ideal für Flachdächer macht, die nur eine begrenzte Tragfähigkeit besitzen. 

Anpassungsmöglichkeiten

Wenn die vorhandene Dachausrichtung nicht optimal ist, gibt es immer noch Möglichkeiten zur Optimierung. Es gibt unter gewissen Umständen die Option, Solarmodule auf speziellen Montagesystemen zu installieren.

Diese erlauben es, die Module unabhängig von der Dachneigung in einem optimalen Winkel zur Sonne auszurichten.

Voraussetzungen für Montagesysteme: 

  • Dachstruktur und -belastbarkeit: Achtung! Statische Leistungsfähigkeit durch einen Fachmann prüfen lassen. 

Informieren Sie sich gern vorab zum PV-Modul Gewicht.

  • Verfügbarkeit von Platz: Systeme nehmen mehr Raum als herkömmliche Montagemethoden in Anspruch.
  • Schattenwurf: Montage so planen, dass Verschattungen minimiert werden.
  • Finanzielle Überlegungen: Die Kosten-Nutzen-Analyse sollte die potenzielle Erhöhung der Energieproduktion gegen die Mehrkosten abwägen.
  • Gesetzliche Vorschriften und Genehmigungen: Möglicherweise sind Genehmigungsverfahren verpflichtend, die vor der Installation der Montagesysteme abgeschlossen werden müssen.
  • Wartungszugang: Die Montagesysteme müssen leicht zugänglich sein, um Wartungsarbeiten zu erleichtern. 

Installation zusätzlicher Strukturen

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Strukturen wie Carports, überdachte Terrassen oder sogar frei stehende Solartracker zu errichten, um die Photovoltaikanlage optimal zu platzieren.

Schattenwurf

Bäume, benachbarte Gebäude oder andere Strukturen, die Verschattung verursachen, können die Leistungsfähigkeit einer Photovoltaikanlage erheblich beeinträchtigen. Hier ist eine genaue Planung und eventuell das Beschneiden von Bäumen erforderlich.

Insgesamt ist es also möglich, innerhalb bestimmter Grenzen Anpassungen vorzunehmen, aber die grundlegende Ausrichtung des Hauses setzt natürlich gewisse Limitationen. 

Tipp:

Wenn Sie über die Installation einer Photovoltaikanlage nachdenken, ist es ratsam, die lokalen Bedingungen zu analysieren und die beste Lösung für Sie zu finden.

Was bedeutet die Ost-West-Ausrichtung für den Wechselrichter?

Die besondere Ausrichtung nach 2 Seiten bringt auch technische Anforderungen bezüglich des Wechselrichters mit sich. 

Leistungsbereiche der Module beachten

Da bei einer Ost-West-Ausrichtung die Sonneneinstrahlung auf die Module über den Tag verteilt unterschiedlich ist, sollte der Wechselrichter gut mit den variierenden Leistungsniveaus umgehen können. 

Die Module auf der Ostseite erreichen ihre Spitzenleistung am Morgen, während die Module auf der Westseite am Nachmittag ihre Höchstleistung erreichen.

MPP-Tracker

Ein Wechselrichter mit mehreren „Maximum Power Point Trackern” (MPP-Trackern) ist ideal für Ost-West-Dächer. Dadurch kann der Wechselrichter die Leistung von den Modulen auf der Ostseite unabhängig von den Modulen auf der Westseite optimieren. 

Dies verbessert die Gesamteffizienz der Anlage, da die unterschiedlichen Sonnenstände im Tagesverlauf berücksichtigt werden können.

Bei größeren oder komplexeren Dachflächen mit mehreren Ausrichtungen oder teilweiser Verschattung können auch Modul-Optimierer eine gute Wahl sein. Diese werden direkt an einzelnen Modulen angebracht und ermöglichen eine individuelle MPP-Regelung. Das maximiert die Effizienz jedes einzelnen Moduls.

Dimensionierung des Wechselrichters

Die Kapazität des Wechselrichters sollte optimal auf die Gesamtleistung der PV-Anlage abgestimmt sein. Bei einer Ost-West-Ausrichtung kann es vorteilhaft sein, die Wechselrichterkapazität leicht unter der Peak-Leistung der PV-Module zu dimensionieren, da nie alle Module gleichzeitig ihre maximale Leistung erreichen.

Was bedeutet Watt Peak (W) bei PV-Anlagen? 

Hybrid-Wechselrichter bei Speichernutzung

Falls Sie planen, einen Energiespeicher zusammen mit Ihrer PV-Anlage zu verwenden, könnte ein Hybrid-Wechselrichter sinnvoll sein. Dieser kann sowohl die Photovoltaikanlage als auch den Batteriespeicher managen. Zudem optimiert er die Energieverwendung sowohl für den direkten Verbrauch als auch für die Speicherung.

Grafik eines Wechselrichters mit Batteriespeicher.

Zusammenfassung – Vor- und Nachteile

Vor- und Nachteile von PV-Anlagen sind immer zu bedenken. Eine Ausrichtung nach 2 Seiten bringt natürlich ganz spezifische Plus- und Minuspunkte mit sich.

Vorteile

Die Ost-West-Ausrichtung von PV-Anlagen bietet einige einzigartige Vorteile, die sie besonders für bestimmte Standorte und Anwendungen interessant machen. Einer der größten Pluspunkte ist die Chance, den ganzen Tag über gleichmäßig Strom zu produzieren. 

Anders als bei einer Südausrichtung fangen Ost-West ausgerichtete Module frühmorgens und spätnachmittags mehr Sonnenlicht ein. Die nach Süden ausgerichteten Module haben ihren Höhepunkt der Energieproduktion zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht.

Die Verteilung auf den Morgen und Nachmittag führt zu einer stabileren Stromversorgung und kann besonders vorteilhaft sein, wenn der Energiebedarf über den Tag verteilt ist.

Zudem kann diese Ausrichtung zur Reduktion von Leistungsspitzen im Netz beitragen. Durch die Verteilung der Energieerzeugung über den Tag hinweg kann eine Überlastung des lokalen Stromnetzes zu Spitzenzeiten verhindert werden.

Dies ist ein wertvoller Beitrag zur Netzstabilität und kann langfristig zu niedrigeren Energiekosten führen.

Ein weiterer Vorteil ist die optimierte Nutzung des verfügbaren Platzes auf dem Dach. Bei einer Ost-West-Ausrichtung können häufig mehr Module installiert werden, da sie weniger Platz in der Breite beanspruchen. Dies ist ideal für längere Dachflächen, die nicht genügend Südausrichtung bieten.

Mögliche Nachteile

Die Ost-West-Ausrichtung ist zwar eine schlaue Wahl für viele, aber ganz ohne Stolpersteine ist sie auch nicht.

Zwar sorgt diese Ausrichtung für eine schön gleichmäßige Stromproduktion über den Tag, doch im direkten Vergleich mit Südanlagen kann sie etwas hinterherhinken. Diese profitieren vor allem von der kräftigen Mittagssonne. 

Die gleichmäßige Verteilung der Energie ist vorteilhaft, doch die Spitzenwerte können etwas schwächer ausfallen – das minimiert die Gesamteffizienz.

Zudem ist es gut möglich, dass die Kosten zunächst etwas höher ausfallen, da zusätzliche Module notwendig sein können, um die fehlenden Spitzenwerte auszugleichen.

Auch die Installation sollte gut durchdacht sein: Schatten und die Ausrichtung der Module müssen optimal sein, sonst leidet die Leistung.

Schließlich könnte die Verteilung der Energieproduktion über den Tag hinweg bei Stromtarifen, die zeitabhängig variieren (mit höheren Kosten während der Spitzenlastzeiten), finanziell weniger attraktiv sein.

Hier wäre eine südorientierte Anlage möglicherweise vorteilhafter, da sie während der teureren Mittagsstunden mehr Strom produziert.

Grafik eines Satteldaches mit PV-Anlage und Icons mit Haken und Kreuz.

Lohnt sich eine PV-Anlage bei Ost-West-Ausrichtung?

Die Frage nach der besten Ausrichtung für PV-Anlagen ist nicht nur eine technische Angelegenheit – das Portemonnaie spielt auch eine große Rolle. 

Wie schneidet also die Ost-West-Ausrichtung in puncto Kosten ab? Schauen wir uns das genauer an.

Kostenvergleich

Zunächst einmal könnte es sein, dass Sie ein bisschen mehr investieren musst. Ost-West-Anlagen brauchen eventuell mehr Module, um die gleiche Menge Energie wie eine Südanlage zu produzieren. Das erhöht natürlich die Investitionskosten.

Mehr Module bedeuten allerdings mehr Energie über den ganzen Tag verteilt – und das kann sich auf lange Sicht lohnen.

Energieproduktion

PV-Anlagen mit Ost-West-Ausrichtung sind bei der Spitzenleistung etwas hinterher. Sie profitieren aber von einer gleichmäßigen Leistung. In Gegenden, wo der Strompreis mittags seinen Höhepunkt erreicht, könnte das ein Nachteil sein.

Doch die gleichmäßige Produktion hat auch ihre Vorteile, besonders wenn dein Stromverbrauch über den Tag verteilt ist.

Amortisationszeit

Wie schnell macht sich die Anlage bezahlt? Das hängt von den lokalen Strompreisen und Tarifen ab. In manchen Regionen, wo der Strompreis über den Tag schwankt, kann eine gleichmäßige Stromproduktion finanziell besonders attraktiv sein. 

Das liegt daran, dass eine Solaranlage, die den ganzen Tag über gleichmäßig Strom produziert, dazu beiträgt, den Bedarf an teurem Strom aus dem Netz während dieser teuren Spitzenverbrauchszeiten zu verringern. Das spart nicht nur Kosten, sondern entlastet auch das Stromnetz.

Außerdem kann überschüssige Energie in das öffentliche Netz eingespeist werden. Dies kann besonders wirtschaftlich sein mit Hinblick auf Einspeisevergütungen.

Amortisationszeit Südliche Ausrichtung vs. Ost-West-Ausrichtung

Grundannahmen:

  • Installationskosten: Ca. 1.500 Euro pro kWp
  • Strompreis: 0,30 Euro pro kWh

Jährlicher Energieertrag:

  • Südausrichtung: Etwa 1.100 kWh pro kWp
  • Ost-West-Ausrichtung: Etwa 950 kWh pro kWp

Amortisationszeit Südausrichtung:

  • Kosten für 5 kWp: 7.500 Euro
  • Jährliche Einsparungen: 1.650 Euro
  • Amortisationszeit: ca. 4,5 Jahre

Amortisazionszeit Ost-West-Ausrichtung:

  • Kosten für 5 kWp: 8.000 Euro (wegen komplexerer Installation)
  • Jährliche Einsparungen: 1.425 Euro
  • Amortisationszeit: ca. 5,6 Jahre

Die Südausrichtung bietet eine kürzere Amortisationszeit aufgrund höherer Energieerträge, während die Ost-West-Ausrichtung etwas länger dauert, um die anfänglichen Kosten zu amortisieren. 

Beide Optionen können wirtschaftlich sinnvoll sein, abhängig von den spezifischen Bedingungen des Standorts und des Energieverbrauchs.

Grafik eines Satteldaches mit PV-Anlage und Euro-Icon.

Fazit 

Die Wahl einer Photovoltaikanlage mit Ost-West-Ausrichtung kann sich als cleverer Schachzug erweisen. Sie sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Stromversorgung von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sondern kann auch in Regionen mit schwankenden Strompreisen den Geldbeutel schonen.

In diesem Zusammenhang sollten Sie einige Tipps in der Praxis verfolgen: 

Praktische Tipps

  • Stromverbrauch analysieren: Sie sollten wissen, wann und wie Sie Energie verbrauchen, um die bestmögliche Ausrichtung für Ihre Bedürfnisse zu wählen.
  • Förderungen prüfen: Informieren Sie sich über lokale Förderungen, Subventionen und gesetzliche Regelungen, die die Installation und den Betrieb von Photovoltaikanlagen betreffen.
  • Fachliche Beratung: Lassen Sie Ihren Standort, mögliche Installationsoptionen und Wirtschaftlichkeit bewerten. Ein Fachberater hilft außerdem, die optimale Ausrichtung und Neigung zu bestimmen. 
  • Langfristige Finanzplanung: Vergleichen Sie die Investitionskosten, den erwarteten Energieertrag und die Amortisationszeit verschiedener Systemkonfigurationen.
  • Nachhaltigkeit berücksichtigen: Die Entscheidung für Solarenergie ist auch ökologisch vorteilhaft, da sie zur Reduktion von Umweltbelastungen beiträgt.

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