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Zählerstand prüfen und Stromverbrauch selbst berechnen

Zählerstand prüfen und Stromverbrauch selbst berechnen

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
15.11.2022

Wie hoch ist ihr Stromverbrauch? Wissen Sie, wie hoch Ihre monatlichen Stromkosten wirklich sind? Die meisten Menschen beschäftigen sich viel zu wenig damit, wie hoch ihr Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten sind. Und dann passiert es: Eine viel zu hohe Nachzahlung kommt ins Haus. Oft sind die Preisstrukturen der Anbieter intransparent oder es wurde nicht klar, dass die Stromkosten wieder angestiegen sind. 

Dabei ist es für Sie als Endverbraucher relativ einfach, Ihren Verbrauch im Blick zu behalten. Wenn Sie Ihre Zählerstände kennen und dem Thema Stromverbrauch noch mehr Aufmerksamkeit schenken, können Sie auch die richtigen Sparmaßnahmen treffen. Und, wenn Sie es nicht für sich selbst tun, dann doch vielleicht für die Umwelt.

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Die wichtigsten zusammengefasst

Es ist ratsam, die jeweilige Jahresabrechnung für Strom genau unter die Lupe nehmen. Besonders dann, wenn es zu größeren Abweichungen kommt, lohnt es sich zu prüfen, ob es Fehler in der Abrechnung gibt. Überprüfen Sie außerdem Ihren Zählerstand regelmäßig und halten Sie ihn auf Papier fest.

Seit vielen Jahren steigen die Stromkosten in Deutschland immer weiter an. Und damit steigt auch die finanzielle Belastung für Sie als Verbraucher – Strom wird immer teurer. Die allermeisten privaten Stromkunden nehmen Ihre Jahresabrechnung dabei ohne eine genaue Überprüfung hin und bezahlen sofort. Wer es genau wissen und seinen tatsächlichen Stromverbrauch wirklich kennen will, der sollte aber auch seine Jahresendverbrauchsrechnung sorgfältig prüfen. Das macht darüber hinaus auch der Umwelt zu Liebe Sinn! 

Überprüfen Sie vor allem die Abweichungen in Ihren Stromrechnungen

Gerade, weil Stromrechnungen fehlerbehaftet sein können, sollten Sie sich die Mühe machen und Ihre Stromrechnungen überprüfen. Das gilt natürlich und vor allem dann, wenn starke Abweichungen zum Vorjahr vorhanden sind und sich keine größeren Veränderungen wie etwa zusätzliche Großgeräte etc. in der vergangenen Abrechnungsperiode ergeben haben. Das kostet Sie zwar etwas Ihrer Zeit, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bares Geld einsparen können, ist dafür auch sehr hoch.

Einige Stromanbieter sind leider bekannt dafür, „aus Versehen“ zu viel abzurechnen. Oft sind es nur ein paar Hundert Euro, die nicht wirklich auffallen, aber manchmal wird plötzlich das Doppelte oder Dreifache abgerechnet.

In diesem Fall sollten Sie Ihren Stromanbieter sofort um eine Berichtigung und eine Rückzahlung bitten. Eine Kündigung kann unter Umständen auch sinnvoll sein.

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Lesen Sie Ihren Zählerstand regelmäßig ab und dokumentieren Sie ihn

Die Höhe des Stromverbrauchs ist die allerwichtigste Zahl, die Sie in der Stromabrechnung finden können. Aber wie genau können Sie Ihren Stromverbrauch messen? 

Um den Stromverbrauch zu erfassen, wird bei Ihnen ein Stromzähler installiert. Dies ist ein Messgerät, welches, wenn man es ganz genau nimmt, nicht den Stromverbrauch misst, sondern die verrichtete elektrische Arbeitsleistung. Der Wert wird dabei immer in kWh angegeben.

In den meisten Fällen werden elektromechanische Zähler für die Messung des Stromverbrauchs eingesetzt. Im Sichtfeld dieser Zähler können Sie die Kante einer Scheibe sehen. Immer, wenn Strom verbraucht wird, dreht sich genau diese Scheibe. Die Summe des Stromverbrauchs gibt ein Zählwerk an, das Sie oberhalb der Drehscheibe sehen können.

Digitale Stromzähler

Stromzähler Icon

Die elektromechanischen Zähler werden heute nach und nach durch digitale oder sogenannte „smarte“ Stromzähler ersetzt. Der Stromverbrauch wird in kWh angezeigt. Manche Digitale Stromzähler zeigen zusätzlich andere Werte an, die für die Kontrolle der Stromrechnung jedoch nicht wichtig sind. Auch Smarte Stromzähler sind digitale Messgeräte, die dazu mit einem Kommunikationsmodul bestückt sind. Sie müssen nicht vor Ort abgelesen werden, sondern übergeben Messwerte online an den Betreiber der Geräte für die Messung oder in einigen Fällen auch an das Smartphone des Kunden.

Wer ist für den Stromzähler verantwortlich?

Für die Installation und Wartung der Stromzähler sind in jedem Fall die Messstellenbetreiber verantwortlich. In der Regel ist das der regionale Netzbetreiber. Sie übernehmen die Ablesung der Zählerstände und übermitteln die Werte an den Stromanbieter der Kunden, der auf dieser Basis die Rechnung erstellt. Die Messstellenbetreiber lassen den Zählerstand durch einen Mitarbeiter ablesen oder bitten ihre Kunden, den Zählerstand selbst abzulesen und schriftlich, telefonisch oder online zu übermitteln. Unabhängig von der Art der Ablesung sollten Sie Datum und Zählerstand in Ihren Unterlagen festhalten. Wer ganz sichergehen will, macht ein Foto mit Datum, auf dem Zählerstand und Zählernummer gut zu erkennen sind.

Stromverbrauch berechnen: Es sind 2 Zählerstände wichtig

Wenn Sie die Werte aus der Rechnung mit Ihren eigenen Aufzeichnungen vergleichen, können Sie schnell erkennen, ob und wo sich ein Fehler eingeschlichen hat. In manchen Fällen mag sich vielleicht ein Zahlendreher oder ein anderer Fehler eingeschlichen haben. Um Ihren eigenen Stromverbrauch zu berechnen, müssen Sie den Zählerstand zum Anfang und zum Ende des Abrechnungszeitraumes kennen. In Ihrer Rechnung sind diese Werte angegeben. 

Große Vorsicht ist auch dann geboten, wenn in Ihrer Abrechnung Schätzwerte stehen. Denn: Diese müssen immer als solche gekennzeichnet werden! Auch dann, wenn der geschätzte Wert viel zu niedrig angesetzt wurde. Verlangen Sie dann eine Korrektur von Ihrem Stromanbieter, da Sie andernfalls mit hohen Nachzahlungen rechnen müssen. Damit Sie ihren Stromverbrauch im Rechnungszeitraum ermitteln können, können Sie ganz einfach die Differenz aus dem Endzählerstand sowie dem Anfangszählerstand (ohne Nachkommastellen) bilden.

Stromkosten errechnen und weitere Details der Stromrechnung überprüfen

Der Betrag, den Sie zahlen müssen oder erstattet bekommen, berechnet sich nach Abzug der monatlichen Abschläge, die Sie bereits geleistet haben. Prüfen Sie sorgfältig, ob Ihr Anbieter die Abschläge und Boni richtig bei der Rechnung vermerkt hat.

Der Strompreis selbst besteht in Deutschland aus Grundpreis und Arbeitspreis. Den Grundpreis müssen Sie auch dann zahlen, wenn Sie gar keinen Strom verbraucht haben. Der Netto-Arbeitspreis wird in Euro/kWh angegeben. Multiplizieren Sie dann ganz einfach den Stromverbrauch mit dem Arbeitspreis. Danach addieren Sie zu dieser Zahl den Grundpreis für den jeweiligen Zeitraum und Sie erhalten schließlich den Netto-Rechnungsbetrag. Um den fälligen Brutto-Betrag zu bekommen, müssen Sie anschließend die Mehrwertsteuer von 19 Prozent hinzuaddieren.

Prüfen Sie Schritt für Schritt die Abrechnung des Stromanbieters

In diesen sieben Schritten können Sie die Stromabrechnung Ihres Anbieters ganz leicht prüfen.

  1. Die Zählernummer kontrollieren: Im ersten Schritt ist Folgendes wichtig: Überprüfen Sie, ob die Zählerstände mit denen übereinstimmen, die Sie selbst notiert haben. 
  2. Bilden Sie dann die Differenz aus Anfangs- und Endzählerstand und vergleichen Sie die Zahlen mit dem Stromverbrauch, der in der Rechnung aufgeführt wird.
  3. Prüfen Sie ganz genau, ob Ihrer Rechnung der Strompreis zugrunde liegt, den Sie im Vertrag unterzeichnet haben. 
  4. Bilden Sie dann das Produkt aus Stromverbrauch (in kWh) mit Strompreis (in Euro/kWh) 
  5. Sehen Sie in Ihrem Vertrag nach, wie hoch der Grundpreis war.
  6. Bilden Sie die Summe aus dem berechneten Grund- und Arbeitspreis und machen Sie einen Vergleich mit dem Netto-Strompreis in der Rechnung. 
  7. Zuletzt: Prüfen Sie, ob Ihr Stromanbieter die Boni und bereits gezahlte Abschläge in der Rechnung korrekt gelistet hat.

Zusammenfassung

Es lohnt sich für nahezu jeden, die Stromrechnung genau zu untersuchen. Gerade, weil immer mehrere Menschen im Ablesen, in der Übermittelung und Erstellung der Rechnung einbezogen werden, schleicht sich schnell der ein oder andere Fehler ein.

Daher sollten Sie die Höhe der Stromkosten nicht ohne sorgfältige Überprüfung hinnehmen. Auch dann, wenn Sie zum Ergebnis kommen, dass die Endabrechnung korrekt ist, lohnt sich der Aufwand: Sie wissen genau, wie hoch Ihr Stromverbrauch in Realität ist. Und das führt dazu, dass Sie insgesamt besser planen können.

Sollte der Wert im Laufe der Zeit weiter ansteigen, kann es z. B. Sinn ergeben, die Geräte im Haushalt zu überprüfen. Manchmal sind sie veraltet und vielleicht gibt es Modelle, die mittleiweile effizienter arbeiten. Damit können Sie ihren Geldbeutel und auf der anderen Seite natürlich auch die Umwelt schonen.

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