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PV-Anlage anmelden (ohne Elektriker): So geht’s! (2026)

PV-Anlage anmelden (ohne Elektriker): So geht’s! (2026)

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
31.12.2025

Viele möchten ihre PV-Anlage oder ihr Balkonkraftwerk selbst anmelden, um unabhängig von Elektrikern zu sein und Kosten zu sparen. Doch ist das überhaupt erlaubt? 

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Teile der Anmeldung Sie selbst übernehmen dürfen, wann ein Elektriker vorgeschrieben ist und wie die Anmeldung einer PV-Anlage rechtssicher funktioniert.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet „PV-Anlage anmelden“ überhaupt?

Grafik Solarmodul und Personen-Icon mit Stift

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, muss sie offiziell anmelden. Diese Pflicht ergibt sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz (§ 111e EnWG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (§ 8 EEG 2023). Sie dient der Sicherheit des Stromnetzes und sorgt dafür, dass jede Anlage eindeutig zugeordnet und ordnungsgemäß betrieben wird.

Achtung:

Ohne Anmeldung darf keine Einspeisung ins öffentliche Netz erfolgen.

Die Anmeldung erfolgt grundsätzlich in zwei Schritten:

  1. Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme.
  2. Anmeldung beim Netzbetreiber, der den Netzanschluss prüft und die Einspeisung freigibt (Inbetriebnahmeprotokoll eines Elektrikers notwendig).

Bei größeren PV-Dachanlagen schreibt die technische Regel VDE-AR-N 4105 außerdem vor, dass der elektrische Anschluss an das öffentliche Netz nur von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden darf.

Betreiber können aber viele Schritte wie die Registrierung und Montage selbst übernehmen.

Hinweis:

Seit dem Inkrafttreten des Solarpaket I gilt jedoch eine wichtige Ausnahme für die Anmeldung von Balkonkraftwerken:

Eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr erforderlich.

Die Registrierung im Marktstammdatenregister genügt, der Netzbetreiber wird automatisch informiert. Voraussetzung ist, dass die Anlage innerhalb der gesetzlich festgelegten Leistungsgrenzen bleibt und keine Einspeisevergütung beansprucht wird. 

Für steckerfertige Anlagen (Balkonkraftwerke) gilt eine maximale Einspeiseleistung von 800 W Wechselrichterleistung. Die Gesamtleistung der Solarmodule ist auf 2.000 Wp begrenzt. Werden diese Grenzen überschritten, dann gelten dieselben Vorgaben wie bei großen, herkömmlichen PV-Anlagen.

Auch wenn Sie viele Schritte selbst erledigen können, muss der Netzanschluss einer großen PV-Anlage immer durch eine Elektrofachkraft erfolgen.

Bei Komplettanbietern ist der Elektriker meist im Angebot enthalten, bei Eigenmontage beauftragen Sie ihn separat.

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Einspeisung und Finanzamt: Anmeldung ist Pflicht

Icon Person mit Taschenrechner und Ausrufezeichen in einem Kreis

Bei gewerblichen PV-Betreibern oder bei sehr großen Anlagen, die über die steuerlichen Grenzen hinausgehen (mehr als 30 kW pro Wohn- oder Gewerbeeinheit oder insgesamt mehr als 100 kW pro Person), ist das Finanzamt weiterhin zuständig.

In diesen Fällen müssen Sie Ihre Anlage steuerlich erfassen lassen und beim Finanzamt anmelden.

Für private Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen (< 30 kW) fallen heute weder Einkommensteuer noch Umsatzsteuer an – weder auf die Einspeisevergütung noch auf den Eigenverbrauch oder auf Kauf und Installation. 

Die aktive Anmeldung beim Finanzamt ist hier nicht nötig, denn die Information über Ihre Anlage wird automatisch durch das Marktstammdatenregister oder den Netzbetreiber an das Finanzamt übergeben.

Bei steckerfertigen Balkonkraftwerken verhält es sich genauso: Sie sind vollständig von der Steuer befreit, sowohl beim Kauf als auch im Betrieb. Eine Anmeldung beim Finanzamt ist auch hier nicht erforderlich.

Lesen Sie auch: Wie kann man eine PV-Anlage steuerlich absetzen?

Unterschiede bei der Anmeldung: Dachanlage vs. Balkonkraftwerk

Icon Papier und Fragezeichen

Ob große Dachanlage oder kompaktes Balkonkraftwerk – bei der Anmeldung gibt es deutliche Unterschiede. 

Die folgende Tabelle zeigt nochmal zusammengefasst, welche Anforderungen jeweils bestehen und was Sie selbst erledigen dürfen.

Scrollen →
Aspekt Große PV-Anlage (Dachanlage) Balkonkraftwerk (steckerfertige Anlage)
Typische Leistung Ab ca. 3 bis 15 kWp oder mehr Meist 300 bis 800 W Wechselrichter-
Leistung
Registrierung im MaStR Pflicht: Innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme Pflicht
Anmeldung beim Netzbetreiber Erforderlich, inkl. technischer Daten zur Anlage und Einspeisepunkt Nicht notwendig
(Solarpaket I seit 2024)
Anmeldung beim Finanzamt Bis 30 kWp steuerfrei und keine Anmeldung nötig. Gar nicht erforderlich
Elektriker für den Netzanschluss Verpflichtend, Anschluss an Hausnetz nur durch Elektrofachkraft Nicht nötig, da steckerfertig;
Kein Eingriff in die Hausinstallation
Inbetriebnahme-Protokoll Muss von Elektrofachkraft erstellt und beim Netzbetreiber eingereicht werden Nicht notwendig
Stromzähler Häufig Zählertausch oder Umrüstung erforderlich, etwa auf Zweirichtungs-
Zähler
Zählertausch, falls alter Ferrariszähler ohne Rücklauf-
Sperre vorhanden ist
Eigenleistung bei der Installation Montage teilweise selbst möglich,
Elektroanschluss aber nur durch Fachkraft
Komplett in Eigenregie möglich,
Montage und Anschluss an Steckdose erlaubt
Anmeldung ohne Elektriker Formale Schritte können selbst erfolgen,
Netzanschluss aber durch Elektriker
Anmeldung und Inbetriebnahme dürfen selbst durchgeführt werden
Selbstständige Anmeldung Nicht vollständig möglich Vollständig möglich

Hinweis:

Sie wollen zukünftig ein Balkonkraftwerk installieren? Lesen Sie unseren Artikel zu den Balkonkraftwerk Testsiegern im Vergleich

PV-Anlage selbst anmelden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Icon Daumen hoch

Registrierung im Marktstammdatenregister

Jede Photovoltaikanlage muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur registriert werden. Dafür wird online im Marktstammdatenregister ein kostenloses Benutzerkonto erstellt.

Anschließend werden Angaben zu folgenden Punkten gemacht:

  • Anlage
  • Standort
  • Leistung
  • Betreiber
  • Batteriespeicher (falls vorhanden)

Nach erfolgreicher Registrierung erhalten Sie eine Bestätigung, die Sie aufbewahren sollten.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Parallel dazu ist die Anlage beim örtlichen Netzbetreiber anzumelden. Auf dessen Website finden sich in der Regel spezielle Formulare oder Online-Portale für PV-Anlagen.

Dort werden technische Daten wie folgende abgefragt:

  • Leistung
  • Wechselrichtertyp
  • Einspeisepunkt (Hausanschlusskasten oder Zählerschrank)

Der Netzbetreiber prüft die Angaben und entscheidet, wann die Anlage ans Netz gehen darf.

Hinweis: Für steckerfertige Balkonkraftwerke ist seit dem Solarpaket I (Mai 2024) keine separate Anmeldung beim Netzbetreiber mehr erforderlich. Die Registrierung im Marktstammdatenregister genügt.

Anmeldung beim Finanzamt

Eine Anmeldung beim Finanzamt ist nur in bestimmten Fällen notwendig. Viele private Anlagen fallen heute unter die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG und müssen daher nicht mehr aktiv beim Finanzamt gemeldet werden.

Keine Anmeldung beim Finanzamt ist erforderlich, wenn:

  • Ihre PV-Anlage unter die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG fällt (meist bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit).
  • Die gesamte Leistung Ihrer Anlagen zusammen unter der Grenze von 100 kWp bleibt.
  • Sie nur Strom für den Eigenverbrauch nutzen oder eine übliche Einspeisevergütung erhalten und keine weiteren steuerpflichtigen Tätigkeiten ausüben.
  • Sie ein steckerfertiges Balkonkraftwerk betreiben.
  • Sie vom Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG profitieren und die Kleinunternehmerregelung anwenden.

Nur wenn Ihre Anlage größer ist, Sie die 100-kW-Grenze überschreiten oder weitere unternehmerische Tätigkeiten ausüben, greift die Anmeldepflicht.

Inbetriebnahme dokumentieren

Bei Anlagen mit Netzanschluss muss eine Elektrofachkraft bestätigen, dass alle technischen Anforderungen eingehalten sind.

Stromzähler prüfen lassen

In manchen Fällen ist ein Zählertausch notwendig, etwa wenn der bestehende Stromzähler keine Einspeisung erfassen kann. Der Austausch wird in der Regel vom Netzbetreiber oder einem beauftragten Elektriker durchgeführt.

Unterlagen aufbewahren

Alle Registrierungs- und Anmeldedokumente sollten sorgfältig aufbewahrt werden. Sie dienen als Nachweis gegenüber dem Netzbetreiber und bei eventuellen Rückfragen der Bundesnetzagentur.

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Nachteile und Fehler bei der Selbstanmeldung der PV-Anlage

Icon Achtungszeichen und Check-Symbol

Wer seine PV-Anlage selbst anmeldet, kann Kosten sparen, da für einfache Vorgänge wie die Registrierung im Marktstammdatenregister oder die formale Anmeldung beim Netzbetreiber keine Gebühren anfallen.

Ein häufiger Fehler besteht jedoch darin, die Anmeldung beim Netzbetreiber zu spät oder unvollständig vorzunehmen. Ohne offizielle Freigabe darf keine Einspeisung erfolgen, was im schlimmsten Fall den Verlust der Einspeisevergütung zur Folge hat. 

Ebenso wichtig ist, alle technischen Daten korrekt anzugeben, etwa zur Anlagenleistung und zum Wechselrichter. Falsche oder fehlende Angaben können die Bearbeitung verzögern.

Dennoch entstehen zusätzliche Ausgaben, insbesondere für die Abnahme oder den Netzanschluss durch den Elektriker. Für diese Leistungen können je nach Aufwand und Region Kosten zwischen 150 und 500 Euro anfallen. 

Tipp:

Bei vielen Komplettanbietern ist der Elektriker bereits im Preis enthalten. Wer seine Anlage selbst montiert, muss ihn separat beauftragen.

Ein unverbindlicher Vergleich verschiedener Anbieter hilft, Leistungen und Kosten besser einzuschätzen und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Fazit: Lohnt es sich, die PV-Anlage ohne Elektriker anzumelden?

Die Anmeldung einer PV-Anlage ohne Elektriker ist grundsätzlich möglich, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll. 

Wer ein steckerfertiges Balkonkraftwerk betreibt, kann die Anmeldung selbst übernehmen und spart damit Zeit und Geld. 

Bei größeren Dachanlagen ist dagegen der Anschluss an das öffentliche Stromnetz Aufgabe einer Elektrofachkraft.

Die Kombination aus Eigenleistung und fachgerechter Abnahme ist in vielen Fällen der beste Weg. So können Sie Teile der Arbeit selbst erledigen, erfüllen gleichzeitig alle gesetzlichen Vorgaben und vermeiden technische Risiken.

Wer sorgfältig vorgeht und die Anmeldung Schritt für Schritt durchführt, kann seine Anlage sicher und rechtskonform betreiben und schon bald vom eigenen Solarstrom profitieren.

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