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PV-Anlage: Die Vor- und Nachteile

PV-Anlage: Die Vor- und Nachteile

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
24.5.2022

Solarstrom ist grün, stärkt Ihre Unabhängigkeit und entlastet Ihre Brieftasche. Doch lohnt sich eine Photovoltaikanlage wirklich für jeden oder noch wichtiger für Sie? Welche Pro- und Contra-Seiten Solarstromanlagen mit sich bringen, erfahren Sie hier.

Vorteil Nachteil
+ Beitrag zur Energiewende - Hohe Anschaffungskosten
+Langfristige Sparmöglichkeit bei Stromkosten - Schwankende Erträge
+ Zusätzliche Einkommensquelle - Flächenverbrauch
+ Niedriger Wartungs- und Installationsaufwand - Steuerlicher Aufwand
+ Anbindung an E-Auto möglich

Die Vorteile im Überblick 

Wie Sie der Liste oben entnehmen können, gibt es mehr Punkte, die für als gegen die Anschaffung einer PV-Anlage sprechen. Was das genau bedeutet, sehen wir uns nachfolgend einmal genauer an. 

Beitrag zur Energiewende

Um die Klimakrise aufhalten zu können, bedarf es eines gewaltigen Wandels. Der Energiesektor spielt eine entscheidende Rolle auf dem Weg dorthin. Denn jede Kilowattstunde, die aus einer nachhaltigen Quelle bezogen wird, ersetzt fossile Brennstoffe wie Kohle- oder Atomkraft. Das nimmt direkten Einfluss auf die weltweite CO2-Bilanz und wirkt so der Klimaerwärmung effektiv entgegen.

Dass sich ein Privatverbraucher kein Windrad in den Garten oder eine Wasserturbine in den Teich stellen kann, ist klar. Dennoch können Sie durch eine eigene PV-Anlage einen wichtigen Beitrag leisten. Denn diese sind schadstoffarm und außerdem größtenteils recycelbar.

Langfristige Sparmöglichkeit bei Stromkosten

PV-Anlagen sind treu. Dadurch, dass sie so gut wie keine beweglichen Teile aufweisen, ist der Verschleiß gering. Im Regelfall können Sie mit einer Lebensdauer von 30 Jahren rechnen. Nur der Wechselrichter wird meistens nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden müssen. 

Darüber hinaus produziert Ihre PV-Anlage über die gesamte Laufzeit hinweg bei jedem günstigen Sonnenstrahl für Sie fleißig Strom. Je nachdem, wie der Energiebedarf Ihres Haushalts ist, lässt sich so ein Großteil Ihres Stromkonsums über Ihre Solaranlage abdecken.

Unabhängigkeit in Stromversorgung

Strom, den Ihre PV-Anlage erzeugt, können Sie direkt im Anschluss ohne Umwege verbrauchen. Sollten Sie dazu noch einen Stromspeicher besitzen, können Sie ihn auch langfristig aufsparen. Beide Möglichkeiten entlasten das öffentliche Stromnetz. Gleichzeitig sind Sie von Preisschwankungen am Strommarkt weniger stark betroffen. Durch eine PV-Anlage erhalten Sie also nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch mehr Planungssicherheit für Ihr persönliches Energiemanagement. 

Zusätzliche Einkommensquelle

Neben den oben bereits erwähnten effektiv eingesparten Stromkosten durch mehr Unabhängigkeit von den Energieversorgungsunternehmen bietet eine PV-Anlage noch eine weitere Einkommensquelle. Das Zauberwort lautet „Einspeisevergütung“. Dabei handelt es sich um einen finanziellen Ausgleich für den von Ihnen ins öffentliche Stromnetz eingespeisten PV-Strom. Anschließend ist ein Netzbetreiber dazu verpflichtet, Ihnen den Strom kostenpflichtig abzunehmen. Auch wenn die Einspeisevergütung in den letzten Jahren abgenommen hat, so werden Verträge immer für 20 Jahre festgeschrieben. Es lohnt sich also, schnell zu sein und noch eine gewinnbringende Vergütung einzukassieren. 

Niedriger Installations- und Wartungsaufwand

Im Vergleich zu anderen nachhaltigen Energiequellen sind PV-Anlagen für einen besonders niedrigen Aufwand in Bezug auf Installation und Wartung bekannt. Da die Solarmodule aber im Freien aufgestellt und so den Launen des Wetters tagtäglich ausgesetzt sind, ist eine regelmäßige Reinigung empfehlenswert. Doch keine Sorge. Dafür brauchen Sie nicht extra einen Profi zu beauftragen. Das können Sie mit einem Eimer und Wasser auch schnell selbst in die Hand nehmen. Ziel des Ganzen ist es nur, Ihre PV-Anlage von Laub und sonstigem Schmutz zu befreien. 

Anbindung an E-Auto möglich

Ein wichtiger Grund, der viele zum Umstieg auf Grünstrom bewegt, sind die Umweltaspekte. Somit ist eine Solaranlage häufig nur eine Maßnahme von vielen innerhalb eines größeren Nachhaltigkeitskonzepts. Teil davon ist meistens auch ein Elektrofahrzeug inklusive einer Ladestation. Diese lassen sich wunderbar an das System Ihrer PV-Anlage anschließen. Denn nur mit einer sauberen Energiequelle ist Elektromobilität auch wirklich grün. 

Die Nachteile im Überblick 

Nachdem wir nun die positiven Aspekte von PV-Anlagen ausführlich angesprochen haben, müssen wir auch auf die Schattenseiten von Solarmodulen hinweisen. 

Hohe Anschaffungskosten

Es ist kein Geheimnis, dass ein Gutschein für eine komplette PV-Anlage nicht unbedingt einfach mal so unter dem Weihnachtsbaum zu finden ist. Die anfänglichen Investitionskosten lassen viele häufig erst einmal schlucken. 

Mindestens 7.000 - 10.000 Euro muss man vorab auf den Tisch legen, um ein vernünftiges Modell zu bekommen. Möchte man die Anlage um einen Batteriespeicher erweitern, kommt zusätzlich eine ordentliche Summe drauf. Somit wäre dann 13.000 - 18.000 Euro realistischer. Um die Kosten amortisieren zu können, bedarf es somit etwas Geduld. Mit 10 bis 15 Jahren sollten Sie auf jeden Fall rechnen.

Für alle, die nicht bereit sind, so hohe Summen als Anfangsinvestition auf den Tisch zu legen, gibt es jedoch das Mietmodell. Hier können Haushalte ihre Anlage über 15 bis 20 Jahre via kleinere monatliche Beträge abzahlen und gleichzeitig schon vom eigenen Solarstrom und Stromkostenersparnissen profitieren.

Schwankende Erträge

Solarzellen brauchen Sonne, um Lichtenergie in elektrische Energie umwandeln zu können. Wolken, Wetter, Temperaturunterschiede, Jahres- sowie Tageszeiten – all das wirkt sich auf den Ertrag Ihrer PV-Anlage aus. 

Durststrecken müssen dann über Reststrom im Batteriespeicher oder über das öffentliche Stromnetz ausgeglichen werden. 

Außerdem verliert Ihre PV-Anlage im Laufe der Jahre auch an Leistungsstärke. Bei einem guten Modell können Sie aber nach 20 Jahren noch mit mindestens 80 % des Ursprungswerts rechnen. Einige Hersteller versprechen sogar 90 %.

Flächenverbrauch

Photovoltaikanlagen haben beispielsweise gegenüber Windrädern den Vorteil, dass sie zum einen geräuschlos und zum anderen außerhalb des Sichtfelds sind. Solange Licht einfallen kann, spielt es keine Rolle, wo die Module installiert werden. Allerdings bedarf es einer gewissen Anzahl an Solarmodulen, um eine adäquate Menge an Strom für einen Privathaushalt produzieren zu können. 

Die meisten Module sind knapp 1,7 m lang und 1 m breit. Sprechen Sie daher vor dem Kauf am besten mit einem Fachmann, um die passende Anzahl für Ihre verfügbare freie Fläche zu ermitteln.

Steuerlicher Aufwand

Zum Abschluss müssen wir noch auf den steuerlichen Aspekt hinweisen. Wir wären schließlich nicht in Deutschland, wenn es für Gewinne aus eigener Stromproduktion keine Steuerregelungen geben würde. 

Sobald Sie eine PV-Anlage besitzen und von der Einspeisevergütung profitieren möchten, fahren Sie finanzielle Gewinne ein. Das macht Sie zu einem Unternehmer. Ihre Tätigkeit muss folglich beim Finanzamt gemeldet werden. Auf den verkauften Strom fällt dann auch die Umsatzsteuer an. Darüber hinaus wird der Gewinn hieraus als erzieltes Einkommen betrachtet. Einkommensteuer kommt also auch noch dazu.

Andererseits können Unternehmer bereits bezahlte Mehrwertsteuer beim Finanzamt geltend machen. Bei einer so kostenintensiven Investition wie einer kompletten PV-Anlage sind das immerhin 19 % der Investitionskosten, die Sie sich zurückholen können.